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Schach Oberstufe 06/2016

Bundesfinale Schach Schülerliga Oberstufe


13. – 17. Juni 2016 auf dem Hochkar
Rang 6 für das GRG 21 Franklinstraße 21
Nathan Cabala 4A hält mit den großen auf Brett 1 mit.
Viktor Gmeiner 6C schafft mit 6,5 Punkten auf Brett 4 den Topscore.
Dominik Djurak 6A holt 4 Punkte auf Brett 3
Phillip Grzywacz 4C gelingen auf Brett 2 überzeugende 3 Punkte.


Bundesfinale Schach Schülerliga Oberstufe 06/2016

Nach 6 Stunden Anreise haben wir die Großstadt mehr als hinter uns gelassen. Eingetaucht in die Berge im südlichen Mostviertel haben wir und aus der Zivilisation zurückgezogen noch weit hinter die Karthause Gaming zu den bundesweiten Exerzitien in Sachen Schach. Das Quartier mit dem JUFA-Haus auf dem Wintersportzentrum am Hochkar eignete sich in dieser ruhigen Übergangszeit ausgezeichnet für die Veranstaltung und bot neben der angenehmen Unterkunft mit Freizeitmöglichkeiten auch eine sehr gute Küche. Für Abwechslung sorgte am Mittwoch ein Ausflug in das Solebad Göstling und am Donnerstag eine Höhlenführung auf dem Hochkar, die uns von den Anfängen der Entdeckung in die jüngste Eiszeit und zur Kontinentalverschiebung führte. Der Austausch unter den Lehrern und unter den Schülern mit so manchen Größen des österreichischen Jugendschachs (Florian Mesaros aus Eisenstadt oder Anna-Lena Schnegg aus Tirol) war anregend und meist sehr unterhaltsam.
Zum Spielverlauf aus der Sicht des 21ers:
Schon vor Beginn zeichnete sich ab, dass für die in dieser Hinsicht außer Nathan unerfahrene Mannschaft ein schwieriges Turnier anstehen würde. Dies umso mehr, da der in der Finalrunde in Wien sehr wichtige Rainer Schneck wegen Maturastress und Zusatzjob absagte und mit ihm ein besonderer Ruhepol und Rückhalt für die Mannschaft fehlte.
So kam es in Runde 1 gegen Imst (T) zu einer ersten Standortbestimmung. Es begann für Nathan auf Brett 1 gegen Anna-Lena Schnegg (Elo 2100!) sehr gut und mündete letztlich in ein sehr spannendes Endspiel mit Zeitnot. Letztlich entschieden 4 Sekunden für die Tirolerin wobei Nathan im nächsten Zug das Matt auf dem Brett hatte. Eine ausgezeichnet Partie zum Einstieg. Für den einzigen vollen Erfolg sorgte Viktor Gmeiner, der auf Brett 4 überhaupt ein sehr gutes Turnier spielte und alle seine 8 Partien ungeschlagen bleiben sollte. Dazu gehörte auch seine erfolgreiche Strategie den Gegnern leichten Vorteil zu überlassen (dennoch würde ich nicht von viktorschen Gambiten sprechen) um dann um so gefährlicher zurückzugschlagen.
Unsere Bretter 2 und 3 kamen am ersten Spieltag überhaupt nicht in Fahrt. Gerade Phillip Grzywacz 4A spielte nicht schlecht, kam aber gegen seine erfahrenen Gegner nur langsam zu seinem Spiel. Noch ausgeprägter war dies bei Dominik Djurak 6A auf Brett 3, der in Runde 3 auch dank der Unterstützung und Analysen mit Prof. Rudi Einhorn qualitativ zusehends stärker wurde.
In Runde 2 erzielten wir den ersten Mannschaftspunkt durch ein 2:2 gegen Feldkirch. Dabei wendete Viktor wieder seine erfolgreiche Taktik an, die bald zum Damengewinn und einem sicheren Sieg führte. Nathan punktete ebenfalls voll. In Runde drei gab es wieder – dieses Mal Remis-Erfolge – für Viktor und Nathan gegen Leoben, den späteren Sieger des Finales, was natürlich die Leistung der beiden aufwertet und den neuerlichen Verlierern ein, wenn auch schwacher Trost sein sollte. Die Leistungskurve freilich auch von Phillip und Dominik zeigte auf alle Fälle klar nach oben. Dies war der erste Spieltag.
Am Mittwoch änderte sich das Bild grundlegend. Beide Runden wurden klar gewonnen. Vom zwischenzeitlichen siebten Rang am Dienstag gelang es auf Rang vier vorzustoßen. Die Akteure waren sehr zufrieden und schmiedeten bereits Pläne noch weiter nach vor zu kommen. War es schade, dass wir den Nachmittag ohne Spielrunde im Solebad in Göstling verbrachten? Wir haben es jedenfalls genossen, ebenso wie die Berge rundherum, das Panorama, die sportlichen Möglichkeiten im und um das Haus. Nathan durfte auf Brett 1 seine Erfahrung mit dem Fide-Meister Florian Mesaros machen, der für die HTBLA Eisenstadt spielte, mit über 2300 Elo der stärkste Spieler war, der auch bereits Bundesliga in Österreich und Deutschland spielt und in diesem Turnier mit souveränem, nicht unbedingt spektakulärem Spiel alle neun Partien gewinnen konnte. Nathan schlug sich in dieser Partie hervorragend und ging mit dem Meister bis 5 Minuten vor dem Ende der Gesamtzeit in eine spannende Auseinandersetzung, wobei schließlich der Nachweis der Endspielüberlegenheit des langschrittigen Läufers gegenüber dem Springer überzeugend demonstriert wurde. Phillip Grzywacz 4C zeigte nun sein Potential gegen die durchweg stärker Elo-behaftete Gegnerschaft auf dem zweiten Brett. Auch Dominik Djurak 6A zeigte nun Kombinationen und Ideen, die praktischer angelegt waren als die Gedankenspiele der ersten Runden. Plötzlich lagen wir mit 5 Punkten nach Tag zwei voll auf Kurs und waren zuversichtlich für die noch folgenden 4 Partien.
Der dritte Tag begann mit der Auseinandersetzung gegen Hallein und brachte neuerlich gegen das Schlusslicht einen klaren Erfolg. Anschließend ging es gleich in die Hochkarhöhle mit einer sehr kompetenten und interessanten Führung durch einen der ersten Erforscher und Entdecker der Höhle im Jahre 1964. Irgendwie tauchten nach diesem speleologischen Abenteuer die Akteure des 21ers nicht gut auf. Zwar gelang in Runde 7 gerade noch ein 2 ½ : 1 ½ Sieg gegen die letztlich vorletzten Tullner, doch war das Spiel der Akteure wieder fehleranfälliger geworden. Durch die zwei Mannschaftspunkte blieben wir voll auch Kurs und das Restprogramm steuerte auf ein Entscheidungsmatch für unser Team in Runde 8 am Abend gegen die HTL Linz zu, wo ein 2:2 den 5. Rang absichern sollte und für den vierten Rang zumindest ein voller Erfolg notwendig war. Am abschließenden Freitag stand noch das Match gegen die um den Gesamtsieg spielenden Villacher auf dem Programm, die das erfahrendste und elostärkste Aufgebot stellte aber noch auf einen Punktverlust von Leoben hoffen musste. So hing unsere Endplatzierung vom direkten Duell mit Linz ab. Die Auseinandersetzung verlief jedoch gar nicht gut. Die viele Zeit des intensiven Schachspiels, die bei der Bedenkzeit von einer Stunde ungewohnt war und die nicht zu unterschätzende Zeit der Analyse und des freien Spiels zeigte nun ihre Wirkung. Oder waren es die Folgen des enttäuschenden Fußballspiels am Vorabend bei der EM gegen Ungarn … Die Batterien schienen leer und wieder war es lediglich Viktor, der zumindest ein Remis holen konnte. Nathan verlor gegen Ly auf Brett 1 und konnte eine weitere wertvolle Erfahrung machen.
Am Abend des dritten Tages spürten wir unsere Grenzen und auch den Unterschied vereinsmäßig öfter Partien mit längerem Nachdenken zu spielen um das eigen Spiel weiterzuentwickeln.
Der Abreisetag brachte Stress mit früherem Frühstück, früherer Runde und dem Druck die Zimmer davor schon zu räumen. Diesen Stress gab es für alle. Gegen Villach folgte eine nicht unerwartete Niederlage des bisher nicht zum Einsatz gekommen Manuel Engel 5A, doch ebenso schnell war auch Dominik auf die Verliererstraße geraten. Länger, jedoch auch in bereits schwieriger Stellung hielten sich Phillip und Nathan. Doch auch sie konnten den ersten 0er nicht verhindern.
So erreichten wir den 6. Rang mit klarem Vorsprung vor denTeams hinter uns.

Schließlich können wir feststellen, dass das Turnier unter dem Strich für alle ein großer Erfolg war. Nathan auf Brett 1 freute sich über den Elozuwachs durch die Siege bzw. Unentschieden gegen Stärkere, Phillip Grzywacz, der sah, dass auf Brett 2 gegen durchweg sehr starke Gegner neben seinen Erfolgen noch mehr möglich war und er auf einem guten Weg ist. Dominik Djurak erreichte 4 Punkte auf Brett 3, das ist eine sehr gute Bilanz, doch weiß er, welches Potential da noch vorhanden ist. Der Spieler des Finales mit den meisten Punkten, dazu bei drei Unentschieden und 5 Siegen ungeschlagen, war Viktor Gmeiner, der stets ein wichtiger Rückhalt war, wenn es die ersten Runden durchaus auch glücklich war. Manuel Engel, dem ich danke, dass er als Ersatzspieler eingesprungen ist, kam nur in der letzten Runde zum Einsatz, dennoch denke ich, dass es auch für ihn eine interessante, abwechslungsreiche und schachanimierende Zeit auf dem Hochkar war. Die Organisation der Veranstaltung war vorbildlich auch bei leicht turbulenter Teamführerbesprechung am Montagabend. Das Kennenlernen und der Austausch mit der Lehrerschaft aus ganz Österreich, das Wiedersehen mancher Betreuer war eine willkommene Abwechslung jetzt so kurz vor dem Schulschluss. Die Erfahrungen und Erlebnisse, die wir zurück an unsere Schule mitnehmen werden hoffentlich einen neuen Elan und neue Freude bringen. Ich danke allen, die dabei waren, im Besonderen auch Prof. Rudi Einhorn, der unsere Delegation sehr gut ergänzte.
Hoffentlich gibt es bald wieder ein Bundesfinale – doch im Herbst geht es wieder zurück auf die Alltagsebene der Schachübung, auf die Mühen der Qualifikation in der Schülerliga und das Angewiesensein auf das nötige Glück um wieder ganz vorne sein zu können.

Zauner Josef M.